Vorweg
Wir freuen uns sehr, Ihnen die 126. Ausgabe von DAS ZEICHEN präsentieren zu dürfen. In dieser Ausgabe erwarten Sie neun Beiträge aus den Bereichen Lebensdinge, Erziehung & Bildung, Linguistik und Dolmetschen – mit unterschiedlichen Perspektiven auf Sprache, Bildung, gesellschaftliche Machtverhältnisse und die Lebensrealitäten Tauber Menschen. Das Cover dieser Ausgabe greift den Beitrag von Silvia Gegenfurtner [Weiterlesen]
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Lebensdinge
„Niemand hat sich gemeldet, also gibt es kein Problem“ – Erfahrungen Tauber Frauen in Österreich mit sexueller Gewalt
Das Thema „Gewalt gegenüber Tauben Frauen in Österreich“ und die mangelnde Thematisierung dieser Problematik ebendort sind nach wie vor aktuell. Informationsdefizite, gesellschaftliche Stigmatisierung und die Bedürfnisse der betroffenen Frauen werden im vorliegenden Beitrag dargestellt. Mit acht Frauen wurden Interviews mit dem Ziel durchgeführt, ihre Perspektive und Erfahrungen sichtbar zu machen und damit auch andere empowern [Weiterlesen]
Erziehung & Bildung
Gebärdensprachen für Kinder und Jugendliche: Grammatik leicht erklärt
Eine innovative webbasierte pädagogische Grammatik für Gebärdensprachen
Die Förderung von Sprachbewusstsein ist für die Sprachbildung von Kindern und Jugendlichen von besonderer Bedeutung, da Sprachbewusstsein die Reflexion über Sprachen ermöglicht und das Erlernen von Sprachen erleichtert. Essenziell für die Vermittlung von Sprachbewusstsein sind entsprechendes Unterrichtsmaterial und qualifizierte Lehrpersonen, die über ausreichendes Wissen über die Struktur der Zielsprache und ihre Vermittlung an Schüler:innen verfügen. [Weiterlesen]
T*taube „bleiben […] ohne Sprache“
Dieser in zwei Teilen erscheinende Beitrag widmet sich dem audistischen Diskurs um die „Lautsprachspracherziehung“ der 1980er-Jahre anhand des Textes „Gehörlosenpädagogik“ (1983) von Armin Löwe. Im Zentrum steht die Frage, welche Funktionen T*tauben Menschen in diesem Diskurs zukamen und wie diese konstruiert wurden. Meine Forschung zeigt unter anderem, wie T*taube Menschen in dem untersuchten phonozentristischen Diskurs [Weiterlesen]
Co-Enrollment in Österreich: Bimodal-bilingualer inklusiver Unterricht in Österreichischer Gebärdensprache (ÖGS) und Deutsch an der Schulgemeinschaft Pfeilgasse in Wien
Teil 1: Die Schulstruktur und das föderalistische Schulsystem in Österreich (inklusive Strukturen etablieren)
Der vorliegende Artikel präsentiert eine Untersuchung der inklusiven bimodal-bilingualen Schulgemeinschaft, durchgeführt von einem inklusiven Forschungsteam der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule in Wien. Die Aufteilung der Ergebnisse in drei Artikelteile resultiert aus der großen Menge und Vielschichtigkeit der erhobenen Daten. Diese Gliederung orientiert sich an den drei konzeptionellen Dimensionen des „Index für Inklusion“: Struktur, Kultur und inklusive [Weiterlesen]
Förderung von Dialog für einen erfolgreichen Spracherwerb tauber Kinder
Wie gestaltet sich die Begleitung eines erfolgreichen Spracherwerbs tauber Kinder nach den Entwicklungsgrundsätzen der kulturhistorischen Schule?
Die Entwicklungsgrundsätze der kulturhistorischen Schule betonen gelungene Interaktion, im Sinne von Dialog, mit der sozialen Umwelt als Voraussetzung für die Entwicklung psychischer Funktionen, worunter unter anderem Sprache gefasst wird. Eine Übertragung dieser theoretischen Grundlagen auf die Förderung des Spracherwerbs tauber Kinder zeigt, dass die Art und Weise der Interaktion ausschlaggebend für den Erfolg des Spracherwerbs [Weiterlesen]
Linguistik
„Welche Sprache ich am besten finde? Ich liebe sie alle!“ – Sprachenbiografien von Deaf Multilinguals in Deutschland
„Wenn ich irgendwann einmal noch die Zeit dafür finde, würde ich gerne eine Studie über die Vielsprachigkeit tauber Menschen durchführen.“ Dieses Vorhaben konnte Prof. Dr. Thomas Kaul vor Ende seiner Dienstzeit nicht mehr umsetzen. Wir, seine ehemaligen Teammitglieder, bedanken uns für die vielen guten Jahre der Zusammenarbeit und würdigen mit diesem Beitrag seinen Einsatz für [Weiterlesen]
Publikum … Präsentation, Projektion?
Die Kategorie des Medien-gaze am Beispiel von Helmut Vogels Vortrag „175 Jahre Deutsche Gehörlosenbewegung“
Der Artikel untersucht anhand eines Vortrags von Helmut Vogel[1]Helmut Vogel ist ein Tauber Historiker mit Expertise im Bereich der Deaf History. Zum Zeitpunkt des Vortrags, den wir in diesem Artikel betrachten, war er außerdem Präsident des Deutschen Gehörlosen-Bundes e.V.beispielhaft, ob das Blickverhalten in Bezug auf Vortragsmedien (Folienprojektion an der Wand oder Laptop bzw. Notizen) bei [Weiterlesen]
Deaf Wissenschaft II
Bei diesem Beitrag handelt es sich um einen Artikel in Deutscher Gebärdensprache (DGS) zum Thema Deaf Wissenschaft. Frühere Abhandlungen dazu finden sich hier https://www.das-zeichen.online/hefte/dz-122/gibt-es-eine-deaf-wissenschaft/.
Dolmetschen
Die Berufspraxis Dolmetschender für deutsche Laut- und Gebärdensprache im Fokus – Der Versuch einer audismuskritischen Standortbestimmung und Orientierungshilfe
Die vorliegende Arbeit[1]Diese Arbeit entstand im Rahmen unseres Masterstudiums im Studiengang Gebärdensprachdolmetschen an der Humboldt-Universität zu Berlin. An dieser Stelle gilt unser aufrichtiger Dank unseren Betreuenden Prof. Dr. Christian Rathmann und Prof. Dr. Agnes Villwock.beschäftigt sich mit den Spannungen und Herausforderungen in der Zusammenarbeit zwischen Tauben[2]Angelehnt an den englischen Begriff „Deaf“ wird in dieser Arbeit [Weiterlesen]